Regionalliga Nord | 2:1 – Girth-Doppelpack vor großer Kulisse

Der SV Meppen macht einen weiteren großen Schritt im Rennen um den Meistertitel: Die Emsländer haben gestern Nachmittag das Spitzenspiel gegen den VfB Lübeck knapp aber nicht unverdient mit 2:1 (2:0) gewonnen und bauten ihren Vorsprung damit weiter aus. Und das vor einer großen Kulisse.

Denn mit 5.213 Zuschauern war das Emslandstadion gestern sehr gut gefüllt. Der Rahmen passte und auch der Gastgeber überzeugte ein weiteres Mal. Gewohnt druckvoll und mit viel Zug zum Tor agierte der SVM von Beginn an, ließ den Ball in den eigenen Reihen gut laufen und kam früh im Spiel zu Chancen. In der zehnten Spielminute erlief Benjamin Girth einen Fehlpass des Lübeckers Dennis Wehrendt, zog zum Tor und schob zum 1:0 ein. Nur zwölf Minuten später drehte Benjamin Girth erneut zum Jubeln ab: Der Stürmer des SVM hatte soeben per Kopf das 2:0 erzielt. Das Stadion kochte, die Stimmung war richtig gut. Und Meppen spielte munter weiter, sah sich in der Folgezeit aber auch mit Defensivarbeit beschäftigt. Denn mit zunehmender Spielzeit riskierte der VfB Lübeck mehr und wurde mutiger, noch blieben die Hanseaten aber in Tornähe zu harmlos. Das änderte sich nach dem Seitenwechsel: Meppen schien kurz den Faden verloren zu haben, der VfB Lübeck nutzte das und machte das Spiel wieder spannend. Gary Noel schlenzte den Ball frei vor dem Tor an SVM-Keeper Benjamin Gommert vorbei zum 2:1 in die Maschen (52.). Und die Gäste wollten mehr. Doch Meppen machte die Räume nun sehr eng, nahm die Zweikämpfe an und gab keinen Ball verloren. Die Emsländer ackerten für den Erfolg, erspielten sich auch nach der Pause Chancen und hätten Sack durchaus früh zumachen können. Am Ende reichte es: Meppen gewann das Spitzenspiel mit 2:1 (2:0).

Dreizehn Punkte hat der SVM nun Vorsprung auf den zweiten Platz in der Tabelle der Regionalliga Nord. Seit gestern ist nicht mehr der VfB Lübeck erster Verfolger der Emsländer: durch die Niederlage rutschte Lübeck auf den vierten Platz. Weiche Flensburg und der TSV Havelse streiten sich mit jeweils vierzig Punkten um den zweiten Tabellenplatz. „Wir haben schwierig ins Spiel gefunden und leider durch zwei individuelle Fehler die Gegentreffer kassiert. Meppen hat das gut ausgenutzt. Wir haben in der zweiten Hlabzeit versucht umzustellen und offensiver zu agieren. Das ist uns auch gelungen, das Spiel konnten wir leider nicht mehr drehen. Meppen war einen Tick besser und cleverer und sind verdient schärfster Anwärter auf den Meistertitel“, analysierte Lübecks Trainer Rolf Landerl das Spiel. Sein Gegenüber, SVM-Coach Christian Neidhart, wurde auch gestern wieder mit der Frage nach dem entschiedenden Meisterschaftsrennen konfrontiert, blieb aber gewohnt fokussiert: „Wir nehmen jede Spiel weiterhin ernst. Wir haben heute eine richtig gute erste Hälfte gespielt und waren sehr präsent. Wir hatten drei angeschlagene Spieler, mussten früh wechseln, hatten davor schon acht angeschlagene oder kranke Spieler und man konnte den Subtanzverlust sehen. Und man hat gesehen: Wenn es fußballerisch nicht mehr läuft hängen sich die Jungs kämpferisch voll rein. Wir sind sehr froh vor dieser Kulisse dieses Spitzenspiel gewonnen zu haben. Wir sind noch nicht durch, haben einige schwierige Spiele vor der Brust. Es müssen alle gesund bleiben, das wird wichtig sein. Wir haben Lübeck heute auf Abstand gehalten, das war das wichtigste.“ Freitag geht es bereits weiter: Dann gastiert der SV Meppen beim SV Drochtersen/Assel. Anstoß im Kehdinger Stadion ist um 19:30 Uhr.

SV Meppen: Gommert – Jesgarzewski, Vidovic, Geiger, Leugers (55. Posipal), Wagner, Kleinsorge, Vrzogic, Girth (51. Sembolo), Gebers, Born (67. Kremer)

VfB Lübeck: Toboll – Gomig (46. Gebissa), Wehrendt, Lindenberg, Nogovic (46. Maletzki), Noel, Mende (67. Haritos), Sirmais, Meyer, Thiel, Sievers

Tore: 1:0 Girth (10.), 2:0 Girth (22.), 2:1 Noel (54.)

Zuschauer: 5.213