Fussball | Zu Gast beim VfL Kloster Oesede

Wir bleiben im Südkreis und haben uns ein wenig weiter gen Osten orientiert. Vorbei an der Stadt Georgsmarienhütte kamen wir eines Mittwochabends nach Kloster Oesede. Für den 39. Teil unserer Serie „Zu Gast bei..“ waren wir beim VfL Kloster Oesede.

Der gut 4.600 – Einwohner starkte Ortsteil von Georgsmarienhütte hat seinen Namen nicht von ungefähr: Zwischen 1170 und 1803 bestand 633 Jahre lang ein Benediktinerkloster im Stadtteil, es trug den Namen „Kloster Oesede“ und löste den bis dahin geltenden Namen der damiligen Bauernschaft, „Sutorpe“, ab. Am 15.01.1170 nahmen im Kloster erste Ordensschwestern erstmals die Arbeit auf, zuvor war der Ort geprägt durch seine vielfältige Landwirtschaft. Aus eben diesen Landwirtschaftshöfen stammten auch die ersten Schwestern des Klosters. Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert betrieb das Kloster zudem den Bergbau der Region. Das Kloster wurde 1803 aufgelöst. Doch schaut man sich heute im Ort um, so findet man noch einige Spuren von Kloster und Bergbau: Der Ottoschacht am Ortseingang Kloster Oesedes aus Georgsmarienhütte kommend ist ein Relikt des Bergbau, die Johannes-Kirche an der Klosterstraße ist das letzte Erbe des Klosters. Und die hat etwas besonders: eine sogenannte „Lepraspalte“ (auch Hagioskop genannt). Damit war es Menschen auch von außerhalb der Kirche möglich das Geschehen im Inneren zu verfolgen. Auf dem übrigen Klosterkomplex, der heute die Graf-Ludolf-Schule beherbergt, sind zudem weitere Reste zu finden. So ist ach die Klosterpforte aus em Jahr 1704 noch erhalten. Direkt nebenan liegt der Bahnhof „Kloster Oesede“, der an das Streckennetz der NordWestBahn angeschlossen ist und stündlich bedient wird. Neben dem Kloster hat der Ort ein weiteres Highlight: Von Frühling bis Oktober pilgern tausende Besucher zur Waldbühne Kloster Oesede um sich dort die Aufführungen bekannter Stücke anzusehen.



Die Geschichte des Sports in Kloster Oesede beginnt im Februar 1928, doch schon zwei Jahre zuvor wurde auf der Halde des Ottoschacht regelmäßig unter Aufsicht eines Lehrers gespielt. Der Fußball stand bei den Sportsmännern im Vordergrund. Als DJK Kloster Oesede bestritt man die ersten Wettkämpfe und schon im Herbst des Gründungsjahres kam mit der Leichtathletik eine zweite Sparte hinzu. 1931 schloss sich eine Turnabteilung an, 1934 wurde die DJK Kloster Oesede nach dem erliegen des Sportes durch die politischen Umstände aufgelöst. Doch man blieb am Ball und gründete nur ein Jahr später mit dem TuS Kloster Oesede einen neuen Klub an alter Stelle. Doch auch der TuS bestand nur wenige Jahre und musste 1945 und nach den Folgen des zweiten Weltkrieges aufgelöst werden. Diesmal dauerte es aber nur wenige Wochen bis zur Gründung des VfL Kloster Oesede, dem anfangs gut zweihundert Mitglieder angehörten. Neben Fußball, Turnen, Leichtathletik und Tischtennis bei Vereinsgründung gesellten sich immer mehr Abteilungen ins Vereinsleben: 1961 kam eine Schwimmabteilung hinzu, 1973 folgten die Wander- und Radsportabteilung. Im Jahr 1975 hatte dr VfL Kloster Oesede schon 1.700 Mitglieder, im selben Jahr schloss sich die Volleyballgruppe dem Klub an. Zwei Jahre später wurde der Damenfußball beim VfL angeboten, 1986 kam zudem eine Laufsportgruppe hinzu. Aktueller Vorsitzender des VfL Kloster Oesede ist Michael Kramer. Kramer regiert nun über einen lebendigen Sportverein mit 21 (!) Abteilungen. Der VfL Kloster Oesede hat sich über die Jahrzehnte zu einem echten Breitensportverein entwickelt und hat für jeden Geschmack ein Angebot.



Auf einer Halde des Ottoschacht bauten sich die Mitglieder des Vereins in Eigenleistung und ohne finanzielle Mittel den ersten Sportplatz. Dieser wurde aber schon vier Jahre nach Vereinsgründung zu eng. Der damalige Ortsvorsteher Josef Niermann sorgte für Abhilfe und stellte Flächen „Im tiefen Siek“ zur Verfügung. Dort ist der Platz des VfL auch heute noch, wenn auch über die Jahre stark verändert. Zwischen 1958 und 1959 fanden umfangreiche Arbeiten am Platz statt, während der Umbaumaßnahmen spielte der VfL beim SV Harderberg. 1972 wurde neben dem Rasenplatz ein Ascheplatz eingeweiht. Aus dem Ascheplatz ist im Jahr 2012 ein morderner Kunstrasenplatz geworden, Flutlicht macht hier das Training zu jeder Zeit möglich. Zudem können sich die Besucher auf zwei Stehreihen entlang einer Längsseite oder vor der Cateringbude hinter dem Tor das Spielgeschehen nah am Platz verfolgen. Der Hauptplatz ist jedoch der Rasenplatz: Zwar gibt es hier kein Flutlicht, dafür hat der VfL Kloster Oesede sehenswerten Ausbau zu bieten: Entlang einer Längsseite können sich die Besucher direkt am Platz oder erhöht auf einem Graswall sitzend die Spiele ansehen, drei Stehreihen laden zudem zum Verweilen ein. Eine Überdachung gibt es zwar nicht, doch auch hier ist der Zuschauer nah am Geschehen. Zudem lädt das großzügige und 1996 gebaute Vereinsheim am Platz zum Verweilen ein.



Für die Bezirksligaspiele der 1. Herrenmannschaft des VfL Kloster Oesede zahlt man 3.-€ (ermäßigt 2.-€, Frauen frei) Eintritt. Und man wird schon am Eingang freundlich und überaus sympatisch empfangen. Das Bild geht auch an der Cateringbude weiter: Hier bekommt der Besucher von gut gelauten „Thekenkräften“ alles für den „Matchday“. Die Bratwurst kommt vom Gasgrill und kostet 1,80 €, für nur zwanzig Cent mehr gibt es die Variante der Currywurst. Sauce und Brötchen gibt es auch beim VfL Kloster Oesede ohne Aufpreis zur Wurst. Die Getränke kommen in einem 0,3L – Becher. Das besondere: Auf dem Becher prangt das Logo des VfL Kloster Oesede und ist sicherlich auch ein begehrtes Objekt bei Sammlern. Für 1,70€ gibt es Softdrinks und Wasser, das gezapfte Bier oder Alster einer Brauerei aus Grevenstein kostet 1,90 €. Je nach Verfügbarkeit hat der VfL zudem Kaffee für einen Euro pro Tasse oder ein Stück Kuchen für 1,50 € im Angebot.



Die Stimmung beim VfL Kloster Oesede lässt sich als familiär und symaptisch beschreiben. Als Besucher fühlt man sich hier von Beginn an wohl. Und wenn es an was mangelt, dann ist man beim VfL um Besserung bemüht. Ein Besuch im Schatten der Waldbühne lohnt sich!