Frauen | 4:0 – Gretesch zeigt Leistungssteigerung

Es scheint, es könne die TSG Burg Gretesch in der Frauen-Reginalliga nicht mehr punkten: Nach den Spielen in Limmer und beim FC St. Pauli unterlagen die Blau-Weißen auch gestern beim Tabellenführer Werder Bremen mit 4:0 (3:0). Dabei zeigte Gretesch eine deutliche Leistungssteigerung, brachte sich jedoch ein weiteres Mal selbst um mögliche Punkte.

Denn während Werder von Beginn an hellwach und druckvoll agierte schienen die Gäste in der Anfangsphase noch nicht auf dem Platz zu sein. Schon nach zwei Minuten jubelten die Grün-Weißen erstmals: Der Ball lief gut durch die Bremer Reihen, mit viel Tempo zog Ann-Cathrin Zabel von der linken Seite in Richtung Strafraum. Mustergültig bediente Zabel die mitgelaufene Nicole Letford am Elfmeterpunkt, Letford schob zum 1:0 ein. Nur vier Minuten später fiel fas 2:0. Nach einem Eckball köpfte Sina Schlüter den Ball am langen Pfosten an den Innenpfosten, den Abpraller schob Leonie Meyer deutlich erkennbar mit der Hand über die Linie. Die ansonsten gute und unauffällige Schiedsrichterin Sarah Willms gab den Treffer, alle Gretescher Prosteste verhallten ungehört. Für den Tabellenvorletzten aus Osnabrück bahnte sich ein Debakel an. Doch Gretesch fing sich und begann nach gut zehn Minuten das Spiel und den Kampf anzunehmen. Die in orange spielenden Gäste machten die Räume nun eng, verschoben im Kollektiv, störten früh und suchten ihren Weg über lange Bälle auf Carolin Arndt. Arndt agierte als einzige Spitze und hatte nach gut einer halben Stunde plötzlich freie Bahn in Richtung SVW-Gehäuse. Doch im Abschluss traf sie den Ball nicht richtig, der Schuss war kein Problem für Werder-Torfrau Janella Quesada. Augenblicke später zog Tanja Rieger aus gut zwanzig Metern ab und verfehlte das Tor knapp – Gretesch war keineswgs chancenlos und spielte gut mit. Auch wenn Werder Bremen optisch überlegen war und mit schnellem Kombinationsfußball auf eigenem Kunstrasenplatz zu glänzen versuchte – tief stehende Gretescherinnen sorgten wiederholt für Verzweiflung bei den Gastgeberinnen. Doch Gretesch machte es den Bremern hin und wieder auch einfach: eine Minute vor der Pause war Nicole Letford frei durch und am rechten Straraumeck auf dem Weg zum Tor. TSG-Abwehrspielerin Jennifer Holtgräve griff beherzt ans Trikot der Bremerin, Schiedsrichterin Sarah Willms hatte keine andere Möglichkeit als auf Elfmeter zu entscheiden und Holtgräve für die Notbremse vom Platz zu stellen. Kira Buller trat zum Strafstoß an, platziert ins linke Eck ließ sie Sabrina Martin im TSG-Tor keine Chance.

Umgehend nach Wiederbeginn fühlten sich die gut fünfzig Besucher bei strömendem Regen an die Anfangsphase der ersten Hälfte erinnert: Bremen konterte sofort hellwach, die TSG brauchte ein wenig Anlaufzeit. Und Bremen nutzte dies eiskalt: Keine Minute war nin der zweiten Halbzeit gespielt da schloss Kira Buller einen Konter zum 4:0 ab. Die Messe war nun endgültig gelesen, dennoch gab sich die TSG Burg Gretesch keineswegs auf. Denn Gretesch ackerte, lieferte in Unterzahl ein gutes Stellungsspiel und noch bessere Defensivarbeit ab und machte es Werder Bremen nun richtig schwer. Dabei hatte die TSG auch nach dem Seitenwechsel eigene Angriffe, blieb allerdings vor dem Tor zu harmlos. Bremen suchte seinen Weg nun oftmals über die Flügel, konnte sich aber ebenso wenig entscheidend durchsetzen. Am Ende gewann der Tabellenführer dennoch mit 4:0, aufgrund der couragierten Leistung hätte Gretesch jedoch mindestens einen Treffer verdient gehabt.

Zwei Wochen bleiben dem TSG-Tross nun den „Auswärts-März“ und die drei Niederlagen zu verdauen und sich auf die kommende Aufgabe zu fokussieren: Am 02.04. um 13:00 Uhr geht es im heimischen Sportpark Gretesch gegen den ATS Buntentor. Buntentor ist direkter Konkurrent im Abstiegskampf und steht nur vier Punkte besser da als die TSG, die Zuschauer können sich auf puren Abstiegskampf einstellen. Und das die TSG kämpfen kann, das haben sie gestern beweisen. Zudem sieht es personell wieder besser aus, auch wenn Jennifer Holtgräve fehlen wird.


SV Werder Bremen II: Quesada – Entelmann (46. Klingelhöfer), Suderburg, Meyer (62. Kuper), Lieberum (51. Siegel), Letford, Kregel, Schlüter, Buller, Zabel, Kulla

TSG 07 Burg Gretesch: Martin – Plümer, Greiwe, J. Holtgräve, C. Holtgräve (55. Ehret), Köhne, Kronemeyer, Rieger, Schulz, Uphaus, Arndt (50. Schramm)

Tore: 1:0 Letford (2.), 2:0 Meyer (6.), 3:0 Buller (FE, 45.), 4:0 Buller (46.)

Rote Karte: Holtgräve (Gretesch, 44. wegen Notbremse)

Schiedsrichterin: Sarah Willms (Sedelsberg)