Frauen | 10:1 – OSC demontiert Cloppenburg

Des einen Freud ist des anderen Leid – kaum ein anderes Sprichwort passt so gut zum Landesligaspiel zwischen dem Osnabrücker SC und der zweiten Mannschaft des BV Cloppenburg am heutigen Abend. Mit 10:1 (6:1) demontierte der OSC seine Gäste, die Soestestädter erwischten einen rabenschwarzen Abend.

Mit peroneller Minimalbesetzung ging der BV Cloppenburg in die Partie: Trainer Andre Gerdes hatte nur elf Spielerinnen dabei und konnte nicht einmal wechseln. Dafür sollte die zweitligaerfahrene Imke Wübbenhorst auf dem Platz für Ordung und Stabilität sorgen. OSC-Trainer Fabrice Joffrau stellte sein Team im Vergleich zum Testspiel am letzten Sonntag auf nur einer Position um: Für Jasmin Hübbers rückte Goalgetterin Sarah Buck in den Kader. Der OSC war es auch, der von Beginn an das Spiel kontrollierte und sich durch ruhigen Spielaufbau und gutem Kombinationsfußball auf dem eigenen Kunstrasenplatz erste Chancen erspielte. Mit einem Sieg im heutigen Spiel würde der OSC die Tabellenführung in der Landesliga übernehmen. Das wussten die Gastgeberinnen und sie lieferten ab. Bereits nach sechs Minuten wurde es erstmals brenzlig im BVC-Strafraum, der Abschluss von Sarah Buck stellte aber noch keine Gefahr für BVC – Torfrau Mirja Fleischer dar. Nur vier Minuten später war Fleischer erstmals geschlagen: Mit einem langen Diagonalball auf Johanna Gör bewies Fiona Härle Übersicht, Gör bekam den Ball in den Lauf und schloss trocken zum 1:0 ab. Nur weitere sechs Minuten später jubelte die Gastgeberinnen erneut. Diesmal setzte sich Sarah Buck auf der linken Seite energisch durch, ihren Querpass nahm Sarah Hövel im Strafraum an um den Ball nach einem Haken wuchtig in die Maschen zu hämmern. Und schon nach zwanzig Minuten schien die Messe gelesen zu sein. Der OSC erhöhte auf 3:0, diesmal machte Sarah Buck es selbst. Buck wurde von Sarah Hövel bedient, die nach schönem Solo uneigennützig auf die Teamkollegin querlegte. Osnabrück hatte nun Spaß am Spiel und entwickelte mehr und mehr Dominanz, vom BV Cloppenburg kam so gut wie keine Offensivbewegung und in der Defensive taten sich phasenweise große Lücken auf. Eine dieser Lücken nutzte Sarah Buck nach einer halben Stunde zum 4:0, als sie im Strafraum freistehend und ohne große Gegenwehr einschieben konnte. Es dauerte bis zur 34. Minute, ehe sich Cloppenburg mal in den Strafraum des Osnabrücker SC durchtanken konnte. Der BVC nutzte die sich bietende Chance prompt: Anna Kollmer vollendete zum 4:1 nachdem der OSC den Ball nicht entscheidend klären konnte. Doch im direkten Gegenzug stellte Sarah Hövel mit ihrem zweiten Treffer im Spiel den alten Abstand wieder her. Caren Holzenkamp setzte sich auf der Außenbahn durch und bediente die mitgelaufene Miriem Nemri, ihren Abschluss konnte Cloppenburg nicht aus dem Strafraum befördern. Aus dem Hintergrund nahm sich Sarah Hövel ein Herz und drosch den Ball ins Tor. Es lief alles rund beim Osnabrücker SC und noch vor der Pause machten die Gastgeberinnen das halbe Dutzend voll. Von der rechten Strafraumkante zog Milena Meyknecht ab, ihr Ball schlug in der langen Ecke und unhaltbar für Mirja Fleischer ein.

Die gut fünfzig Zuschauer sahen auch nach dem Seitenwechsel einen in allen Belangen überlegenen Gastgeber. Doch Cloppenburg stand nun tiefer und gestaffelter, die Räume machte der BVC nun eng und man ging intensiver in die Zweikämpfe. Dennoch fand das Team von Fabrice Joffrau immer wieder Lücken und Platz. Und diesen nutzten die Rot-Weißen gnadenlos aus. Sechs Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt da schien sich für den BVC ein Debakel anzubahnen. Sarah Hövel vollendete einen Querpass ihrer Mitspielerin Johanna Gör zum 7:1. Cloppenburg wehrte sich, sah sich aber immer wieder vor allem in der Defensive gefordert und schien phasenweise überfordert. In der 57. Minute wurde es emotional auf dem Kunstrasenplatz: Elena Fedler kam für Julia Budke ins Spiel und feierte nach einem Kreuzbandriss ihr Comeback auf dem Platz. Nachdem Sarah Hövel nach einer Stunde das 8:1 erzielte rührte Cloppenburg weiteren Beton an. Phasenweise stand der BVC mit sechs Spielerinnen am eigenen Strafraum, drei weitere sollten das Mittelfeld sichern. Dennoch setzte sich Osnabrück noch zwei Mal entscheidend durch: In der 72. Spielminute traf Sarah Buck zum 9:1, nur drei Minuten später markierte Caren Holzenkamp den Endstand von 10:1. Der BVC zeigte nun Auflösungserscheinungen, Osnabrück nahm in der Folgezeit deutlich Tempo aus der Partie, blieb aber weiter klar spielbestimmend. Am Ende bleib es beim sehr deutlichen 10:1 für den Osnabrücker SC.

Der Aufsteiger ist nach elf Spielen nun Tabellenführer der Landesliga. Die Rot-Weißen spielen bisher eine sehr gute Saison und wollen ihre Leistung schon am kommenden Sonntag erneut bestätigen. Dann geht es für die Damen um Trainer Fabrice Joffrau in den nördlichen Landkreis Cloppenburg zur SG Neuscharrel/Altenoythe.


Osnabrücker SC: Dierkes – F. Härle, Holzenkamp, Kruthaup (46. Gör), Hövel, Buck (31. Nemri), Herkenhoff, Gör (24. Meyknecht), Ashiagbor, Blackstein, Budke (57. Fedler)

BV Cloppenburg II: Fleischer – Kollmer, Gerst, Nitsche, Rüwe, Ahrens, Hartmann, Wübbenhorst, Witmann, Fleming, Zielke

Tore: 1:0 Gör (10.), 2:0 Hövel (16.), 3:0 Buck (20.), 4:0 Buck (30.), 4:1 Kollmer (34.), 5:1 Hövel (35.), 6:1 Meyknecht (42.), 7:1 Hövel (51.), 8:1 Hövel (60.), 9:1 Buck (72.), 10:1 Holzenkamp (75.)

Schiedsrichter: Michael Kaumkötter (SF Oesede)