Münster. Was für eine Erleichterung: Die VCO-Damen 1 haben am Sonntagnachmittag nach dem von Christine Bunkowski verwandelten Matchball ihren erkämpften 3:1 (25-23, 25-14, 20-25, 25-20)-Sieg bei BW Aasee im obligatorischen Jubelkreis gefeiert. Danach ging es sofort ab zu den mitgereisten Fans zum gemeinsamen Jubelfoto. Die gute Laune war verständlich, denn mit dem zweiten Dreier der Saison gegen einen zuvor punktgleichen Tabellennachbarn schob sich der Aufsteiger als Elfter ans Tabellenmittelfeld der 3. Liga heran. Überragende Punktelieferantin im VCO-Dress war Kapitänin Rebecca Siefke. Als MVP wurde allerdings Jana Kruska ausgezeichnet, die mit brandgefährlichen Aufschlägen zu einem weiteren Aktivposten avancierte.

VCO-DAMEN MACHEN WENIGER FEHLER ALS DIE GASTGEBER

Beim „6-Punkte-Spiel“, wie es teilweise auf Münsteraner Seite bereits hieß, setzte VCO-Coach Gunnar Kraus in der Startformation auf Merit Dresing und Mira Hesselink, die in Bremen noch keine zentrale Rolle gespielt hatten oder fehlten. Hesselink kam sogar erstmals im Mittelblock zum Einsatz. Außerdem begannen Lena Hegemann, die die verletzte Linda Dieckmann im Zuspiel gut ersetzte, Jana Kruska, Rebecca Siefke, Inga Kaschade und Libera Julia Bartholomäus.

Im ERSTEN SATZ boten beide Teams eine sichtbar nervöse Vorstellung. Das VCO-Team lag bis zum 19:16 knapp vorne, wobei sich neben der überragenden Rebecca Siefke auch Jana Kruska und Rieke Voigt mehrfach positiv in Szene setzten. Zwei Bälle ins Aus, beziehungsweise ins Netz, dazu zwei Annahmefehler – und schon lag Aasee mit 20:19 vorne. Als die Gastgeberinnen gar mit 23:21 in Führung gingen, schien der Satz verloren. Doch eine Aus-Angabe von Aasee brachte den VCO wieder ins Spiel. Ein klarer Angriff über Außenangreiferin Inga Kaschade sowie zwei spektakuläre Blocks von Mira Hesselink ließen doch noch die Osnabrückerinnen mit 25:23 jubeln.

Der ZWEITE SATZ war für den VC Osnabrück ein klare Angelegenheit dank starker Aufschläge von Jana Kruska, Rebecca Siefke und Co. Aasee hatte riesige Probleme in allen Elementen, insbesondere bei der Annahme. Nach zwei Aufschlagserien von Jana Kruska und Mira Hesselink waren die Weichen beim 10:1 schnell gestellt. Der Rest war Formsache - Endstand 25-14 für die Gäste.

Die Gastgeber schienen anfangs des DRITTEN DURCHGANG beim Zwischenstand von 6-2 aus VCO-Sicht schon geschlagen, als sich im Osnabrücker Spiel mal wieder Konzentrationsschwächen breit machten. Viele Eigenfehler in Form von ins Aus geschmetterter Angriffsschlägen sowie unübersehbare Annahmeprobleme kennzeichneten von einer Minute auf die andere das VCO-Spiel. Daran konnte auch die eingewechselte Franziska Detmer wenig ändern. Aasee setzte in der Phase vermehrt auf die Schlagkraft von Außenangreiferin Kathrin Pasel, die obendrein ihre Aufschlagqualitäten unter Beweis stellte. Nach dem 13:13-Ausgleich ging der dritte Satz über 21:17 und 22:20 verdientermaßen mit 25:20 an das Team von BW Aasee, das sich den Satz mit einer verbesserten Feldabwehr redlich erarbeitet hatte.

In den VIERTEN SATZ starteten die VCO-Damen mit frischem Mut und großer Energie und lagen bereits 12:5 in Führung, als sich Aasee aufmachte, nochmal dagegenzuhalten. Was folgte, war reine Nervensache. Durch Osnabrücker Annahmeprobleme und starke Angaben arbeiteten sich die Münsteranerinnen Punkt für Punkt heran und lagen schließlich mit 20:19 in Front. In der Crunchtime leitete letztlich eine Aufschlagserie von der kurz zuvor eingewechselten Inga Kaschade, die zusätzlich einen raffinierten Ball lang ins Feld setzte, die entscheidende Wende ein. Bei Aasee flatterten im entscheidenden Augenblick die Nerven, die Gastgeberinnen brachten sich mit einem schlechten Zuspiel sowie zwei verschlagenen Hinterfeldangriffen selbst auf die Verliererstraße. Christine Bunkowski nutzte gleich den ersten Matchball zum 25:20.

KRAUS: „ICH BIN SUPER ERLEICHTERT“

Die Tendenz beim VC Osnabrück ist positiv, in den letzten drei Partien gab es zwei Siege. Der breite Kader erweist sich als wichtiger Faktor. Jedoch sind nach wie vor Abstimmungsschwierigkeiten unübersehbar. „Ich bin super erleichtert und war überrascht, dass wir in der personellen Konstellation so gut gespielt haben“, freute sich VCO-Coach Gunnar Kraus. „Hätten wir das durchgezogen, hätten wir Aasee aus der Halle gefegt. Am Ende kam natürlich auch ein wenig Glück dazu, dass sie uns zum Schluss des vierten Satz geholfen haben."

Ein Sonderlob hatte Kraus für zwei seiner Spielerinnen parat. „Lena hat die Hilfen für das Zuspiel super angenommen und unser Spiel viel ruhiger gestaltet als noch in Bremen – ein dickes Lob für Lena! Und Rebecca, zu der konnte heute jeder den Ball hin spielen, die hat alles getroffen. Das war für alle auf dem Feld beruhigend glaube ich.“

SIEFKE: „ALLES EGAL, HAUPTSACHE WIR HABEN DEN ZWEITEN SIEG“

Rebecca Siefke war am Sonntagnachmittag ein perfektes Vorbild für ihre Teamkolleginnen gewesen. Die VCO-Kapitänin ging in der wichtigen Partie vorneweg. „Die Erleichterung ist schon groß, die waren mit uns punktgleich. Jeder hat wieder für jeden gekämpft“, strahlte die Diagonalangreiferin. „Warum wir gewonnen haben, ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Aber das ist egal, wir haben unseren zweiten Sieg." Ob ihr Arm wegen der vielen Angriffsschläge weh tun würde, das konnte die 27-Jährige nicht bestätigen. „Die Luft ist aber knapp“, flachste Siefke mit einem breiten Lachen im Gesicht.

ANNACKER: „OSNABRÜCK MUSSTE NICHT SO VIEL TUN“

Der Trainer der Gastgeber, Kai Annacker, ärgerte sich über einige verpasste Chancen, nicht aber über den verlorenen ersten Satz, der durchaus vorentscheidenden Charakter gehabt hatte. „Wir kriegen die Sätze nicht zu, das ist grundsätzlich ein Problem von uns. Der erste Satz war aus meiner Sicht nicht so entscheidend. Leider haben die Schiedsrichter das Osnabrücker Zuspiel häufig nicht abgepfiffen, das kostet Nerven und Punkte“, so Annacker. „Wir wollen aber nicht auf den Schiri schimpfen, damit muss man klarkommen. Osnabrück hat gut gekämpft und nicht unverdient gewonnen. Wir haben viele leichte Bälle weggegeben, und der VCO musste nicht so viel tun, gerade am Ende. Die Niederlage, die haben wir selber zu verantworten.“

NÄCHSTES SPIEL:

Nach vier Auswärtsspielen können die VCO-Damen am kommenden Samstag (24.10.) endlich wieder in eigener Halle aufschlagen. Am Nachmittag um 15 Uhr tritt der zweitplatzierte FCJ Köln II als Gast in der Schlosswallhalle an.

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