Fussball | Zu Gast beim SV Rasensport

Lange gab es nichts mehr in dieser Rubrik zu lesen, nun sind wir aber zurück und liefern euch eine brandneue Ausgabe „Zu Gast bei...“. Wir waren wieder innerhalb Osnabrück unterwegs und haben uns an der Kokschen Straße etwas genauer umgesehen – wir waren zu Gast beim SV Rasensport.

14.500 Menschen wohnen in der Wüste – damit ist der in vordere Wüste und hintere Wüste gegliederte Stadtteil der einwohnerstärkste Bereich Osnabrücks. Zentrumsnah und dennoch ruhig, mit viel Grün, vielen Naherholungsmöglichkeiten und einer guten Infrastruktur ist die Wüste als Wohnraum sehr beliebt. Der Name lässt sich von der ehemaligen Beschaffenheit des Bodens im Stadtteil ableiten. Diser galt als „Wöst“ (unbewohnbar), war moorig und wurde aufgrund von Grundstücksbedarf im 19. Jahrhundert trockengelegt. In den 1990er – Jahren wurden zahlreiche Schadstoffe im Boden gefunden, die Stadt Osnabrück übernahm in drei Bauabschnitten zwischen 2006 und 2008 die Sanierung und die Kosten dafür. In der Wüste liegt das 1926 eröffnete „Moskaubad“, im Sommer ist das Bad das Ziel zahlreicher Bewohner, lädt es doch mit seinem großzügig angelegtem Freibad für kühle Erfrischung an den warmen Tagen. Des weiteren befindet sich das „Landeszentrum für Hörgschädigte“ in der Wüste und zwei große Sportvereine haben im Stadtteil ihre Heimat. Einer davon ist der SV Rasensport DJK.



Gegründet am 01. November 1925 und zunächst als FC Nahne aktiv besteht der SV Rasensport DJK schon seit 92 Jahren, auch wenn der Vereinsname „Rasensport“ erst 1927 kam. Schwarz/Weiß/Grün wurden als Vereinsfarben bestimmt, noch heute vertritt der Klub siene Farben. Der Verein kann auf eine bewegte und durchaus ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Begonnen hat der Klub schon als Breitensportverein, ab es 1928 doch mit Fußball, Handball, Turnen und Leichtathletik bereits vier Sparten. Schon in früher Geschichte feierte Rasensport die ersten Erfolge: 1932 wurde die erste Herrenmannschaft Gaumeister im Fußball. Im Laufe der Geschichte kamen weitere Sparten dazu (1935 folgte die Damenabteilung, 1945 gründete sich die Tischtennisabteilung, 1961 bot Rasensport Kleinkindersort an), zwischendurch hatte aber auch der SV Rasensport DJK mit den Folgen und Begleiterscheinungen des zweiten Weltkrieg zu kämpfen. So wurden 1934 die Sportler von der GeStaPo vertrieben und der Sport verboten, erst nach dem Krieg im Jahr 1945 ging es für den Verein, auch dank der unermüdlichen Arbeit seiner Mitglieder, als „SV Grün-Weiß“ weiter. 1948 kehrte man zu seinen Wurzeln zurück und nahm den alten Vereinsnamen wieder an – man hieß wieder „SV Rasensport DJK von 1925“. Im gleichen Jahr wurde die Herrenmannschaft Bezirksmeister, drei Jahre später begann der Bau des Vereinsheim an der Kokschen Straße. Der Verein wuchs weiter, die Fußballer durchliefen Höhen und Tiefen. 1981 gab es jedoch ein echtes Highlight: Der SV Rasensport erreichte die erste Hauptrunde des DFB-Pokal und traf vor eigener Kulisse auf den Zweitligisten Fortuna Köln. Rasensport schlug sich mehr als beachtlich und unterlag am Ende nur mit 1:2. In der jüngeren Geschichte kam 2003 der Polizei SV Osnabrück komplett zum SV Rasensport und brachte mit Boxen, Fechten, Judo und Tai-Chi vier weitere Sparten ein. Heute präsentiert sich der SV Rasensport DJK als Breitensportverein mit insgesamt 26 Sparten und gut 1.700 Mitgliedern. Vorsitzender ist Wolfgang Boberg.










Seine sportlichen Anfänge hatte der SV Rasensport auf den Sportanlagen am Schölerberg und im Paradies. 1929 begann der Verein mit dem Bau des Platzes an der Kokschen Straße, 1932 kam ein neuer Platz an der Kiebitzheide im Fledder dazu. An beiden Plätzen baute der SV Rasensport fortan immer wieder um und an, musste den Platz an der Kiebitzheide jedoch aufgeben. 1994 ereignete sich ein echter Glücksfall für den Klub: man kaufte den Sportplatz der ehemaligen Kaserne am Hauswörmannsweg. Nach sechs Jahren intensiver Arbeiten und Bauten weihte der Verein im Jahr 2000 dort seinen „RaSpo-Sportpark“ ein. An der Meratorstraße verfügt der Verein über einen Sportplatz mit Leichtathletikanlagen und begrünten Wällen, auf denen zahlreiche Obstbäume von den Mitgliedern gepflanzt wurden. Zudem haben die Mitglieder dort eine Sporthalle und weitere Räumlichkeiten, die Geschäftsstelle des SV Rasensport befindet sich ebenfalls an der Mercatorstraße. Fußballfans zieht es in der Regel zur Kokschen Straße: Dort verfügt der SV Rasensport über seinen Hauptplatz und weitere Trainingsflächen, seit 2014 allesamt mit Naturrasen und Flutlicht ausgestattet. In den letzten Jahren wurden zudem die Kabinen modernisiert und die Außenflächen „aufgehübscht“. Fußballfreunde finden an der Kokschen Straße eine der schönsten Sportplätze auf Osnabrücker Stadtgebiet. Der Zuschauer ist eng am Geschehen und kann sich auf einen guten Ausbau freuen. Sechs unüberdachte Stufen laden entlang einer Längsseite zum Verweilen ein, einige Bänke bieten zudem Sitzgelegenheiten. Mittig steht die Sprecherkabine des SV Rasensport, der Verein informiert fortlaufend über Spielstand, Torschützen und Änderungen. Ebenfalls zum Platz gehört das rustikal eingerichtete und heimisch wirkende Vereinsheim des SV Rasensport. Hier bekommt der Besucher auch Getränke und kleine Snacks zu absolut fairen Preisen. Die Kaltgetränke gibt es in der 0,33L – Flasche für jeweils 1,50 €, das Mineralwasser ist in der 0,2L – Flasche dreißig Cent günstiger. Vor dem Vereinsheim bietet die Grillhütte schmackhafte Würstchen vom Gasgrill, die Phosphatstange kostet inlusive Saucen und einer Scheibe Brot 1,80€.



Für 3.-€ Eintritt bekommt man beim SV Rasensport neben dem Kreisligafussball auch eine familiäre Atmosphäre und eine schöne Sportanlage geboten. Rentner, Schüler, Studenten und sonstige Ermäßigungsberechtigte zahlen einen Euro weniger, Frauen kommen sogar kostenlos auf die Anlage. Es empfiehlt sich jedoch eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, denn die Parkmöglichkeiten an der Kokschen Straße sind sehr begrenzt. Das ist aber kein Problem, denn nur einen Steinwurf von der Anlage entfernt hält die Buslinie 51 der Stadtwerke Osnabrück. Von der Haltestelle „Kalkhügel“ sind es nur wenige hundert Meter bis zum Platz.