Fussball | Zu Gast beim Hagener SV

Kirmeswochenende in Hagen, der Ort steht Kopf – da liegt es doch nahe, dass wir mit unserer Serie „Zu Gast bei...“ auch mal im beschaulichen Örtchen am Rande des Teutoburger Waldes vorbei schauen. Und das haben wir gemacht, wir waren zu Gast beim Hagener SV.

Hagen blickt auf eine lange Geschichte zurück: Erstmals 1097 als „Pfarrerei Hagen“ urkundlich erwähnt gab es erste Ansiedlungen aber schon mindestens im Jahr 852. Im April 1723 brannte durch eine Unachtsamkeit nahezu der komplette Ortskern Hagens ab, lediglich die Kirche überstand das Inferno dank der massiven Bauweise nahezu unbeschadet. Dreizehn Jahre dauerte die Beseitigung der Brandschäden. 1892 brannte es erneut heftig im Ortskern, nachdem im Gibbenhof der Spiritousenkeller explodierte. Noch heute zählt der historische Ortskern Hagens zu den Sehenwürdigkeiten. Aktuell leben knapp 14.000 Menschen auf dem Gemeindegebiet, welches neben Hagen auch die Gemeindeteile Altenhagen, Gellenbeck, Mentrup, Natrup-Hagen und Sudenfeld umfasst. Im Norden und Osten grenzt Hagen an Hasbergen, Georgsmarienhütte und Bad Iburg, im Süden an die in Nordrhein-Westfalen befindlichen Gemeinden Lienen und Lengerich. Hagen erreichte durch zwei jährlich stattfindende Veranstaltungen überregionalen Bekanntheitsgrad: Zum einem steigt jährlich im April/Mai das internaionale Reitturnier „Horses and Dreams“ auf dem Hof Kasselmann und sorgt für tausende Besucher aus aller Welt in hagen, zum Anderen lädt die Hagener Kirmes mit ihrem bekannten Ferkelmarkt am Kirmesmontag jährlich im Herbst zu einem geselligen Wochenende nach Hagen.



Der Hagener SV ist einer von zwei großen Sportvereinen in der Gemeinde. 1920 wurde der HSV gegründet, seit 1906 gab es aber schon den Turn- und Athletenverein Hagen, der sich später zum Hagener SV anschloss. Anfangs ging man als DJK Hagen in die Wettbewerbe, der Verein wuchs über die Jahre und neben Leichtathletik und Fussball brachte die Eröffnung des Freibades Ende der 1920er – Jahre ganz neue Möglichketen. Doch es folgten auch dunkle Zeiten: 1934 wurde die DJK Hagen auf Anordnung des Regimes aufgelöst, unter dem Namen „Hagener Spielverein“ bestand das Vereinsleben jedoch weiter fort, jedoch nur noch kurz: Der Krieg ließ das Vereinsleben erlahmen, vierzig Hagener kamen aus den Kämpfen nicht wieder zurück. Doch man behielt den Mut und machte 1945 unter dem Namen Hagener Spielverein weiter. Vier Jahre später und mit der Gründung einer Tischtennisabteilung kam man zum heutigen Vereinsnamen: Hagener Sportverein. Mittlerweile hatte man eine sportliche Heimat gefunden und das Sportzentrum am Schulzentrum wurde mehr und mehr die Heimat des Klubs. 1972 folgte die Basketball-Abteilung, die Damen der Hagen Huskies spielten bis vor kurzem noch in der zweiten Bundesliga. In den 1980er – Jahren kamen mit Judo, Volleyball und Badminton weitere Abteilungen hinzu – der Klub wuchs stetig. Heute kann der Verein auf über 1.500 Mitglieder blicken und ist Ausrichter eines der größten Jugendturniere im Norden: Das Franz-Grammann-Gedächtnisturnier. Vorsitzender des Hagener SV ist Martin Niemann.



Spielte man in den Grüngszeiten noch auf einfachen Wiesen im „Siek“ oder bei ansässigen Bauern fuhren die Kicker jahrelang zur Sportanlage „Glückauf“ nach Georgsmarienhütte. Erst in den 1970er – Jahren bekam der in Hagen vorhandene Hartplatz eine Flutlichtanlage und ließ Trainingsbetrieb im Ort zu, 1986 wurde dann der Rasenplatz mit Tribüne (Foto oben) und Laufbahn eingeweiht. Die Tribüne am Rasenplatz bietet neben zahlreichen Sitzgelegenheiten auch Stehplätze im oberen Bereich und eine gute Sicht auf das Spielgeschehen. Aus dem Hartplatz ist mittlerweile ein Kunstrasenplatz geworden, auch dieser bietet den Besuchern mit einer Tribüne (Titelfoto) überdachte Sitz- und Stehgelegenheiten und einen Wetterschutz. Die Flutlichanlage wurde überholt und die Anage mit Grill- und Getränkebuden erweitert. Die Gemeinde Hagen stellte dem Klub im Jahr 2000 zudem Umkleiden und eine Geschäftsstelle zur Verfügung.



Für 3.-€ (ermäßigt 2.-€) bekommt der Besucher bei einem Spiel der Kreisliga Süd in Hagen Zutritt. Dabei herrscht, wie auf fast allen anderen Plätzen auch, freie Platzwahl. Sowohl am Rasen- als auch am Kunstrasenplatz laden Cateringbuden zum kulinarischen Erlebnis ein. Das besteht in Hagen zwar aus einem überschaubaren, aber dennoch völlig ausreichendem Angebot. Die Bratwurst vom Gasgrill gibt es für 2.-€ inklusive einer Scheibe Brot und Sauce. Kaltgetränke bietet der HSV in zwei Kategorien aber in einer einheitlichen Größe von 0,33L – Flaschen an: Das Bier oder Alster gibt es für 1,80 €, Softdrinks und Wasser kosten 1,50 €. Wer lieber etwas warmes trinken mag der bekommt die Tasse Kaffee für einen Euro.



Hagen steht hinter dem Hagener SV – das merkt man an Spieltagen besonders. Die Stimmung an Spieltagen ist gut und die meist zahlreichen Zuschauer fiebern während der Spiele richtig mit. Doch alles im Rahmen, derbe Sprüche und Anfeindungen erlebt man beim Hagener SV nicht. Als Gast fühlt man sich wohl, zumal einem die Besucher und Vereinsmitglieder stets offen und freundlich begegnen.

Das wird am kommenden Wochenende im Ortszentrum sicherlich nicht anders sein: osnaball.de wünscht dem Hagener SV und allen Hagenerinnen und Hagenern viel Spaß und eine schöne Zeit auf der Kirmes!