Fussball | Zu Gast beim SV Bad Rothenfelde

Unsere Serie „Zu Gast bei...“ führte uns für die 25. Ausgabe in den Südkreis, ganz nah an die Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Wir waren zu Gast in einem schönen Kurort mit Landesligafußball – wir waren zu Gast beim SV Bad Rothenfelde.

Bad Rothenfelde bietet knapp 8.000 Einwohnern im Ort und den dazu gehörigen Teilen Aschendorf und Strang einen naturnahen un durchaus schönen Lebensraum. Die Geschichte des Ortes ist im Wesentlichen durch die Entdeckung von Salzquellen geprägt: So wurde Bad Rothenfelde erstmals im September 1724 auf einem Gedenkstein erwähnt. Die Salzquelle war der Ursprung für die Ansiedlung eines Salzwerkes und ersten Wohnhäusern. Später entwickelte sich der Ort zunächst zu einer Bauernschaft, dann zu einer Landgemeinde und übe rein Heilbad hin zum Kurort. 1725 wurde mit dem Bau des ersten Siedehauses begonnen, 1773 begann der Bau des „alten Gradierwerkes“. Im Jahr 1818 folgte unter französischer Herrschaft das „neue Gradierwerk“, 1852 folgte das erste Badehaus. Drei Personen prägten die Geschichte des Ortes etwas später wesentlich: Heinrich Schüchtermann (nach ihm wurde das Rothenfelder Herzzentrum benannt), Albert Lohmann und Friedrich Vohwinkel – sie übernahmen die Saline, gründeten 1872 die „Rothenfelder Solbad & Salinen AG“ und legten die Kurpark an. 1891 kam eine Schule dazu, seit 1905 führt Rothenfelde die Bezeichnung „Bad“ im Ortsnamen. Das Kurmittelhaus im Herzen des Ortes wurde 1909 eröffnet. Im zweiten Weltkrieg blieb Bad Rothenfelde verschont und bildete zeitweise ein Lazarett, der Kurbetrieb wurde 1950 wieder aufgenommen. 1994 wurde das „alte Gradierwerk“ nach einem Einsturz und einem Neuaufbau wieder eingeweiht. Heute zeigt sich Bad Rothenfelde als sehr grüner Kurort, viele Parkanlagen und Kureinrichtungen laden zur Erholung ein. Bürgermeister ist Klaus Rehkämper. Zu sehen gibt es in Bad Rothenfelde einiges: Allen voran ist da natürlich der rund achtzehn Hektar große Kurpark mit seinen zwei Gradierwerken, dem Rosengarten, der Minigolfbahn, dem Gehgarten und dem kneippschen Wassertretbecken zu nennen. Direkt angrenzend findet sich das Kurmittelhaus: In den beiden Flügeln werden Heilbehandlungen, Physiotherapie oder auch Wassergymnastik angeboten. Unmittelbar dahinter befindet sich die „Klinik im Kurpark“. Sie ist eine von insgesamt sieben Kliniken und Rehakliniken im Ort. Zwischen Kurmittelhaus und Ortskern lädt der Konzertgarten und seine Konzertmuschel zu musikalischen Highlights ein. Der Ortskern ist geprägt durch eine Mischung von kleineren Einzelhändlern, Cafés und Restaurants – alles ist verkehrsberuhigt und lädt zum entspanntem Verweilen ein. Für weitere Abwechslung sorgen zudem zwei Bäder: Das 1933 eröffnete und seitdem mehrfach renovierte Freibad und die 2013 eröffnete neue Therme, das „Carpesol“.

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Vier Vereine sorgen in Bad Rothenfelde für ein sehr gutes Sportangebot: Der TuS Bad Rothenfelde ist mit seinen neun Sportarten der Breitensportverein im Ort, eine Schießsportgemeinschaft und ein Tennisclub sowie der SV Bad Rothenfelde bieten für jeden Geschmack etwas. Der SV Bad Rothenfelde ist der Fußballklub im Ort. 1927 unter Abspaltung vom SV Heidland gegründet gelang den Kickern im Jahr 1982 erstmals der Aufstieg auf die Bezirksebene. 1995 spielte man in der Niedersachsenliga West, aus der man im Jahr 2001 wieder abstieg. Das Highlight war jedoch die Saison 2008/2009: Der SV Bad Rothenfelde spielte in der Oberliga Niedersachen und durfte sich dort unter anderem mit den Traditionsvereinen vom SV Meppen und VfB Oldenburg messen. Rothenfelde wurde am Ende guter Tabellenachter, zog sich aber aus wirtschaftlichen Gründen zurück. Aktuell spielen die Grün-Weißen in der Landesliga – und das sehr erfolgreich. Der SVR führt die Tabelle an und begeistert seine Fans mit gutem Fussball. Trainer Günther Baerhausen hat eine Mannschaft geformt mit der in der laufenden Saison absolut gerechnet werden muss. Der Tabellenführer möchte seine Position bis zum Saisonende verteidigen und der Aufstieg in die Oberliga wird natürlich gerne mitgenommen.

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Die Infrastruktur dafür ist gegeben: Der SV Bad Rothenfelde verfügt im „heristo-Sportpark“ an der Wiekstraße über einen Rasenplatz und einen Kunstrasenplatz (beide mit Flutlicht), zwei Kleinfeldern, eine Sporthalle und ein Vereinsheim mit anliegendem Funktionsgebäude. Der Besucher findet sowohl am Rasenplatz als auch am Kunstrasenplatz Tribünen: Beide Plätze sind in Form von unüberdachten Stehplatzrängen ausgebaut. Am Rasenplatz laden sechs Stufen zum Verweilen ein, oberhalb davon bieten zahlreiche Bänke sogar Sitzgelegenheiten. Der Rasenplatz ist zudem mit einer Laufbahn und Anlagen für die Leichtathletik ausgestattet. Der Kunstrasenplatz ist da wesentlich enger: Die Zuschauer sind hier direkt am Geschehen und können es sich auf zwei Stufen entlang einer Längsseite sowie einigen Sitzgelegenheiten bequem machen.

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Landesligafußball gibt es beim SV Bad Rothenfelde für den Eintritt von 5.-€ (ermäßigt 3.-€). Eine Stadionzeitung, die „SVR-Aktuell“, gibt es gratis dazu. Und das Heft ist durchaus informativ: Der SV Bad Rothenfelde informiert seine Besucher damit über aktuelles aus dem Verein, den kommenden Gegner sowie die Lage in der Liga. Dazu gibt es zahlreiche Statistiken. Gehalten ist die Ausgabe in Farbe. Die „SVR-Aktuell“ erscheint zu jedem Heimspiel und liegt an der Kasse zur Mitnahme bereit. Neben den Informationen zum Spiel muss der Besucher auch am Catering nicht hungern oder dursten: Im Vereinsheim gibt es an Spieltagen Kaffeespezialitäten und Kuchen, an den Buden der Plätze bekommt man das übliche aber völlig ausreichende Angebot zu maroden Preisen. Die Bratwurst kommt vom Gasgrill und kostet 2.-€, eine Currywurst gibt es für 2,30 € - Brot und Saucen inklusive. Kaltgetränke gibt es im 0,2L – Glas für 1.-€, die 0,33L – Flasche Bier kostet 1,40 €. Das Team hinter der Theke glänzt mit guter Laune und lockeren Sprüchen – dem Autor hat diese lockere Art durchaus gefallen.

Gegen den SV Wilhelmshaven konnte der SV Bad Rothenfelde am vergangenen Sonntag mit einem 3:0 (1:0) – Heimerfolg seine Tabellenführung verteidigen. Wir erlebten eine lockere Atmosphäre mit entspanntem Publikum und genossen zudem einige lockere Gespräche am Spielfeldrand.