Einst sorgten sie in der Regionalliga und dem DFB-Pokal für Aufsehen, feierten viele Erfolge und stellten Celle mitunter auf den Kopf. Gegenwärtig ist die Realität jedoch eine andere. Wir waren zu Gast bei dem Verein, der 1981 und 1990 die „Norddeutsche Meisterschaft“ gewann – dem TuS Celle FC.

Gekickt wurde in Celle schon vor der Gründung des TuS Celle FC: ab 1921 spielten Mannschaften SV Niedersachsen Celle und des Celler SC um Punkte. 1945 kam der TuS Celle FC dazu. Die Blau-Gelben fanden in der Celler Neustadt ihre Heimat und gehörten zu den Gründungsmitgliedern der Landesliga Hannover. Seine Glanzzeiten hatte der TuS Celle FC etwas später: 1968 gelang der erstmalige Aufstieg in die Regionalliga, 1993 kratzte Celle sogar an die Tür zur 2. Bundesliga. Manager war Franz Gerber, mit Jürgen Rynio stand ein nicht weniger bekannter Trainer an der Seitenlinie. Auch im Kader der Celler fanden sich viele ehemalige Bundesligaspieler. Doch schon in den frühen 1990er – Jahren kämpfte der TuS mit finanziellen Sorgen. Diese waren auch schließlich der ausschlaggebende Punkt, weshalb der Verein in den Niederungen des Amateurfußball verschwand. 2001 stieg Celle in die Oberliga ab, 2010 ging es runter in die Bezirksoberliga. Unruhe im Verein und Misswirtschaften sorgten für den freien Fall des Traditionsvereins: 2018 folgte der Abstieg in die Kreisliga. Dort spielt der TuS Celle FC gegenwärtig. Gleich drei Mal war der TuS Celle FC im DFB – Pokal vertreten: 1981 gab es in der ersten Runde ein 0:5 gegen Union Solingen. Besser lief es im Folgejahr: in der ersten Runde schlug der TuS Celle FC den Bayernligisten ESV Ingolstadt-Ringsee mit 4:2, verlor das Match in der zweiten Runde gegen den Zweitligisten Freiburger FC jedoch mit 1:5. Das letzte Mal standen die Celler 1997 in der ersten Pokalrunde. Gegen den Bundesligisten TSV 1860 München schied Celle nach einer 0:2 – Niederlage aus.

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Der Autor dieser Zeilen war zuletzt am 24.03.2002 beim TuS Celle FC zu Gast. Damals spielte Celle in der Oberliga gegen den BV Cloppenburg und verlor vor heimischer Kulisse mit 0:2. Und schon damals hatte das „Günther-Volker-Stadion“ seinen Charme. Diesen hat das Stadion auch zwanzig Jahre später nicht verloren. Auf allen vier Seiten ausgebaut und durch vier Lichtmasten schon früh sichtbar ist das Stadion eine wahre Perle. 1951 wurde der bis dahin unausgebaute Platz um eine Tribüne auf der jetzigen Gegengerade erweitert, 1981 wurde diese Tribüne um Stehplätze links und rechts erweitert. 1991 folgte die neue Haupttribüne auf der Ostseite. Schon vorher waren hinter den Toren unüberdachte Stehtraversen errichtet worden. 11.000 Zuschauer finden im „Günther-Volker-Stadion“ auch heute theoretisch noch Platz, die Kapazität ist aus Sicherheitsgründen jedoch auf 4.000 Besucher begrenzt. Zu Höchstzeiten in den 1960er und 1970er Jahren kamen regelmäßig über 10.000 Zuschauer zu den Spielen an die Nienburger Straße, am vergangenen Samstag waren es noch 300 Fans.

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Und die bekamen einiges geboten: schon am Eingang beginnt das „Erlebnis Kreisliga“ beim TuS Celle FC. Freundliche Ehrenamtliche begrüßen die Besucher*innen, für 5.-€ (ermäßigt 3.-€) bekommt der Fan hier ein wirklich schönes Ticket in die Hand. Auf die Hand gibt es auch beim Catering so einiges: leckere Bratwurst und Käsekrakauer vom Grill (jeweils 3.-€), dazu kommt ein reichhaltiges Getränkeangebot (0,4L für 2.-€ bis 2,50 €). Auf dem Platz traf der TuS Celle FC auf den TuS Oldau/Ovelgönne, es war das Spitzenspiel der Kreisliga. Der Tabellenzweite empfing den Tabellendritten, mit etwas zehn Kilometern Entfernung zwischen beiden Stadien war es zugleich ein Derby. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, gingen ein ordentliches Tempo und sorgten für gute Unterhaltung. Oldau gewann am Ende vor 300 Zuschauern knapp mit 3:2. Unter den 300 Zuschauern waren auch Teile der Celler Fanszene, die nach wie vor aktiv ist. Nach den Toren des TuS hallte mehrfach ein lautes „Celle“ durch das Stadion, Erinnerungen an alte Zeiten wurden wach und es ist einfach schön, dass es diese besuchenswerten „Perlen“ im Fußball noch gibt. Sicher ist: ohne seine engagierten Helfer*innen würde es den TuS Celle und das Stadion wahrscheinlich so nicht geben. 

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