Volleyball – 3. Liga West Frauen

STANDING OVATIONS FÜR EIN SUPER FÜNFSATZ-DERBY

VCO-Damen I kämpfen fantastisch, verlieren dennoch 2-3 gegen Bad Laer

Osnabrück. Was ein toller Volleyballabend, was für ein spannendes Drittliga-Derby, am Ende konnte es leider nur einen Sieger geben. Gewonnen hatten jedoch alle, die am Samstagabend mit dabei waren. Die Volleyballerinnen des VC Osnabrück und SV Bad Laer lieferten sich über 2:12 Minuten einen packenden Schlagabtausch, den zum Schluss die VCO-Damen mit viel Pech 2:3 (25:23, 31:29, 14:25, 15:25, 16:18) verloren. Es gab fantastische Ballwechsel, klasse Stimmung, abgewehrte Satz- und Matchbälle en masse. Mehr Volleyball geht nicht und das bei einem Nachbarschaftsduell vor etwa 130 begeisternden Zuschauern sowie vielen mehr vor dem PC beim Livestream des Leo-Channels.

KRAUS: „MAN KANN KEINEN HEUTE NICHT LOBEN“

Dementsprechend emotional aufgeladen waren nach der Partie die Akteure beider Seiten. Die Trainer Gunnar Kraus (VCO) und Thomas Wilkens (Bad Laer) gaben nassgeschwitzt ihre Statements ab. „Man kann heute keinen nicht loben, obwohl ich todtraurig bin, dass wir verloren haben“, meinte Gunnar Kraus. „Wir hatten nach der 2:0-Führung leider einen Spannungsverlust. Bad Laer hat es dann, wie ich es kenne, solide weggespielt. Den Neueren bei uns kann ich da aber überhaupt keinen Vorwurf machen. Natürlich hätte ich mir das gewünscht, dass das nicht so passiert. Aber es ist nicht verwunderlich. Nadine hat das erste Mal in ihrem Leben Libera gespielt, Stefanie Witte und Julia Strodt spielen sonst in der Zweiten. Steffi Bäker war Zuspielerin, spielt jetzt bei uns Außen-Annahme. Wir haben nach dem 2:0 nachgelassen, ich freue mich deshalb sehr, dass der Tiebreak wieder eng war.“

Sein Gegenüber, Thomas Wilkens, war überglücklich. „Das war so eng, und alle Mädels wissen das auch. Die Stimmung war abgefahren. Es war eine Werbung für den Sport – total! Der VCO hätte das Spiel auch gewinnen können, wenn es nach 2:15 Stunden 18:16 im fünften Satz ausgeht. Es geht um zwei Punkte am Ende und da ist dann auch viel Glück dabei.“

DIECKMANN: "WIR HABEN DEN SPANNENDSTEN VOLLEYBALL GEZEIGT"

VCO-Zuspielerin Linda Dieckmann war in ihrem umorganisierten und jungen Team neben Kapitänin Rebecca Land und den Mittelblockerinnen Judith Schlingmann und Christina Schwarz sowie Außenangreiferin Lotte Preußer die auffälligste Spielerpersönlichkeit in ihren Reihen und wurde von Gästetrainer Wilkens zu Recht zum Osnabrücker MVP gewählt. „Besser geht es nicht, wir haben den Zuschauern den spannendsten Volleyball mit mega Kampf gezeigt. Ich bin emotional noch voll dabei. Irgendeiner muss am Ende gewinnen. Es ist okay, dass Bad Laer gewonnen hat“, war Dieckmann mit sich und dem Team im Reinen. „Wir hätten auch gewinnen können.“ Der letzte VCO-Zugang, Nadine Kwapil, die aufgrund des Fehlens von Inga Kaschade und Jana Kruska erstmals überhaupt die Libera-Position übernommen hatte, zeigte sich beeindruckt. „Ich habe mich riesig gefreut zu spielen. Im fünften Satz hatte ich richtig Lust zu gewinnen. Nervös bin ich nicht gewesen, die Freude hat überwogen. Von der Atmosphäre bin ich echt überrascht gewesen. Es hätte bei so einem Verlauf auch anders ausgehen können. Es war nur etwas Pech.“

VCO KANN 2-0-SATZFÜHRUNG NICHT INS ZIEL BRINGEN

Sowohl die VCO-Damen als auch Bad Laer waren nicht in Bestbesetzung angetreten. Bei Osnabrück fehlten mit Inga Kaschade (Urlaub), Jana Kruska (privater Termin), Mira Hesselink (verletzt) und der MVP der Vorwoche, Franziska Detmer (Schutzquarantäne), vier potenzielle Starterinnen, bei Bad Laer waren es mit Johnna Müller und Sara Szmuk immerhin auch zwei mit langjähriger Zweitligaerfahrung. Beim VCO sprangen dafür Stefanie Bäker, Talent Lotte Preußer sowie Stefanie Witte und Julia Strodt aus der 2. Damen in die Bresche und boten gerade in den ersten beiden Sätzen fantastische Leistungen.

So kam die Partie bei toller Stimmung gleich auf Touren. Satz eins sah erst den VCO leicht in Front (5:2), dann Bad Laer (7:9). die Führung wechselte hin und her bis zum 23:23, ehe Judith Schlingmann mit links sowie Linda Dieckmann aus der Drehung spektakulär die 1:0-Satzführung für die Osnabrückerinnen besorgte. Durchgang zwei war durchweg ein absoluter Krimi mit großem Kampffaktor hüben wie drüben. Ab 23:23 legten die VCO-Damen sechsmal vor, Bad Laer glich sechsmal aus und wehrte sechs Satzbälle ab, ehe Christina Schwarz und Rebecca Land mit der 2:0-Satzführung für die Gastgeberinnen die Halle zum Toben brachte. Trainer Gunnar Kraus ballte beide Fäuste, als hätte sein Team bereits gewonnen, so groß die Freude über einen bereits feststehenden und vorher kaum für möglich gehaltenen Punkt.

Bad Laer gab sich jedoch noch nicht geschlagen, stellte um und kam nun noch besser in die Partie, weil die Annahme sowie die Block-Feldabwehr stand. Der Aufschlagdruck des VCO ließ außerdem etwas nach. Bad Laers Zuspielerin Michelle Bollien konnte so ihre Angreiferinnen in Szene setzen, angefangen von Laura Seete in der Mitte und der starken Franziska Stricker auf Außen. Die Gäste gewannen so die Abschnitte drei und vier klar mit 25:14 und 25:15, ehe es im Tiebreak abschließend so richtig spannend wurde.

Beim Stand von 13:12 für den VCO wertete der Stuhlschiedsrichter einen Block von Christina Schwarz im Aus, der zweite Referee hatte den Ball auf seiner Seite drin gesehen. Statt 14:12 und zwei Matchbällen hieß es 13:13. Die Gäste besorgten sich ihrerseits den ersten Matchball, den der VCO durch Rebecca Land mutig abwehrte. Jetzt holte sich Osnabrück zweimal Matchball zum 15:14 und 16:15. Am Ende war Bad Laer allerdings das glücklichere Team und hatte mit Laura Seete mit zwei Einbeinern wieder einmal die überragende Spielerin in ihren Reihen. Beim Stand von 16:17 aus VCO-Sicht wertete der Stuhlschiedsrichter einen Hinterfeldball von Rebecca Land nun auch als übergetreten – die Gäste durften abfeiern.

„Beide haben gekämpft und einer muss gewinnen. Es ist okay, aber sehr schade. fiel Linda Dieckmanns Analyse alles in allem positiv aus. „Wir wollten einen Punkt mitnehmen, das haben wir geschafft. Wir haben eine positive Ausstrahlung gehabt, dass wir das können – auch die, die sonst seltener in der Startaufstellung stehen. Wir waren in den ersten beiden Sätzen drin im Flow und dann läuft es bei uns. Am Ende war Bad Laer im Flow und wir kamen nicht mehr richtig hinterher.“

Nächstes VCO-Spiel in Leverkusen

Weiter geht es für die VCO-Damen am nächsten Sonntag, 31. Oktober, um 16 Uhr. Dann geht es zu Bayer Leverkusen II.

 

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