Fussball | Zu Gast bei der TSG Dissen

Für eine weitere Folge unserer Serie „Zu Gast bei...“ waren wir erneut im Südkreis unterwegs und wagten uns ein weiteres Mal an die Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Allerdings beleuchten wir nun einen Ort im Westen der A33 – wir waren zu Gast bei der TSG Dissen.

Dissen am Teutoburger Wald – diese Namensbezeichung wurde am 01. Januar 1976 amtlich angeordnet und ziert nun die Ortsschilder des rund 9.500 Einwohner starken Ortes am Rande des Teutoburger Waldes. Dissen blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits im Jahr 1180 gab es anstelle des heutigen Dissen eine erste Ansiedlung – der Frommenhof. Das Gehöft gilt als Ursprung der Stadt, wurde nach einer Feuersbrunst im Jahr 1832 neu aufgebaut, steht heute unter Denkmalschutz und droht zu verfallen. Bereits seit Jahren steht das Gelände an der gleichnamigen Straße mitten im Zentrum leer und sucht händeringend einen Kaufinteressenten. Dissen – der Ursprung des Namens ist weniger eindeutig: Höchstwahrscheinlich leitet sich der Name vom niederdeutschen „Disina“ (nebeliges Gebiet) ab, geklärt ist die Herkunft bis heute jedoch nicht. Neben dem Frommenhof bekam Dissen im 13. Jahrhundert die Kirche Sankt Mauritius dazu: Der imposante Bau stellt auch heute noch das Herz der Stadt dar. Die Stadtrechte bekam Dissen jedoch sehr weit später: Erst am 08. November 1951. Das heutige Dissen teilt sich in vier Stadtteile – Aschen, Erpen, Nolle und Dissen. Über die Jahrhunderte wuchs Dissen, der Ost präsentiert sich heute als schöne Mischung zwischen Fachwerkhäusern, einer schönen Innenstadt, ruhigen Siedlungen und Industrie – vor allem die Lebensmittelindustrie siedelte sich an. Gleich fünf große und weithin bekannte Firmen agieren von Dissen aus: Vom Schlachthof über Feinkost und Salate bis hin zu Gewürzen. Zusammen mit dem „Nachbarn“ Bad Rothenfelde teilt man sich einen Bahnhof, in die Stadt Osnabrück und in den Umkreis gibt es zahlreiche Busverbindungen. TSG_Dissen (3) Die Turn- und Sportgemeinschaft Dissen wurde 1894 (damals noch als TV Dissen) von einigen Turnern gegründet und hat sich über die Jahre zu einem echten Breitensportverein entwickelt. Gut 1.200 Mitgleider hat der von Franz Pepinghege geführte Klub zurzeit, diese können sich neun Sparten ausleben. Das Angebot reicht vom Fußball oder Handball über die Leichtathletik bis hin zu eher exotischen Sportarten wie Krav Maga (ein israelischer Kampf- und Kontaktsport). Bei Vereinsgründung verfügte die TSG lediglich über die Turnabteilung, über die Jahre kamen aber weitere Sparten dazu. 1928 wurde die Handballabteilung gegründet, zwei Jahre später kam der Fußball dazu. 1953 holte Dissen Addi Vetter und Hannes Haferkamp als Trainer, beide standen damals beim VfL Osnabrück unter Vertrag. Bis heute hat sich der Klub zu einem Breitensportverein mit einem nahezu optimalen Umfeld entwickelt. In Dissen ist man stolz auf das Geleistete und kann das auch durchaus sein. TSG_Dissen (2) Die TSG Dissen kann auf vier Sportstätten zurück greifen: Ein Schwimmbad, zwei Sporthallen und die große Sportfreianlage. Letztere liegt am Mühlenweg relativ zentral im Ort und stellt auch die Heimat der Fußballer dar. Hier hat sich die TSG Dissen ein gemütliches und sehr vorzeigbares Zuhause geschaffen: Ein Rasenplatz und ein Kunstrasenplatz (beide mit Flutlicht), eine Laufbahn mit zahlreichen weiteren Leichtathletikanlagen, 2,5 Gummiplätze und ein schönes Klubhaus mit Funktionstrakt laden den Besucher oder Sportler ein. Der Rasenplatz bietet neben zwei Stehrängen auch einige Sitzbänke entlang einer Längsseite als Ausbau, ein Blickfang ist die dort gebaute Flutlichtanlage: Sechs Masten leuchten das Stadion mit insgesamt 44 Strahlern (jeweils acht in den Ecken und sechs auf Höhe der Mittellinie) aus. Zweifelsohne, kein anderer Verein im Osnabrücker Amateurfußball kann eine solche Flutlichtanlage vorweisen. TSG_Dissen (4) Für schmale 2.-€ kommt man bei der TSG Dissen in den Genuss von Herrenfußball in der Kreisliga, bei den Damen zahlt man keinen Eintritt. Der Gast wird offen und herzlich empfangen und muss auch kulinarisch auf kaum etwas verzichten. Getränke gibt es in der 0,33L – Flasche für 1,20 €, das Bier kostet in der gleichen Größe nur dreißig Cent mehr. Gegen den Hunger bietet die TSG Dissen eine auf dem Gasgrill gebräunte und geschmacklich gute Bratwurst an: Für 1,80 € bekommt man diese auf einer Pappe, Brot und Saucen sind inklusive. Im Klubhaus werden zudem warme Getränke und Süßigkeiten angeboten. Die erste Herrenmannschaft der TSG Dissen spielt derzeit in der Kreisliga Süd. Dort steht das Team von Conny Engelmann auf dem sicherlich wenig befriedigenden vorletzten Tabellenplatz, hat aber nach wie vor Kontakt zum rettenden Ufer und möchte den Klassenerhalt mit aller Macht schaffen. Wesentlich besser schaut es da im Frauenfußball aus: Zwar spielen die Damen von Carsten Flottmann in der ersten Kreisklasse, dort belegen die Blau-Weißen jedoch einen hervorragenden zweiten Tabellenplatz. Doch auch in Dissen hat man mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen und so wünscht man sich im Saisonendspurt wieder mehr Unterstützung von den Rängen. Verdient haben es die Spielerinnen und Spieler allemal und auch das Ambiente bei der TSG stimmt!