Fussball | Zu Gast bei Rot-Weiß Sutthausen

Wir sind für den 36. Teil unserer Serie „Zu Gast bei...“ wieder zurück im Stadtgebiet und schauten uns im Osnabrücker Süden etwas um. Dort gibt es einen idyllischen Stadtteil am Rand zu Holzhausen – wir waren zu Gast bei RW Sutthausen. Aus den beiden Gutshöfen Wulften und Sutthausen entstanden gehört Sutthausen erst seit 1970 zur Stadt Osnabrück. Vorher war der 4.500 – Einwohner starke Stadtteil Teil der Gemeinde Holzhausen. Seine Geschichte reicht aber viel weiter zurück: 1147 wurde das Gut Wulften erstmalig urkundlich erwähnt. Über die Jahrhunderte wechselten häufig die Besitzer und Bewohner, im Jahr 1929 kaufte die Stadt Osnabrück das Anwesen. Das Gut Wulften wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört, verfiel einige Jahre und wurde 1969 durch einen Kaufmann gekauft und saniert. Heute präsentiert sich das Gut Wulften als idyllisches Anwesen im Grünen und umfasst gut zwanzig Wohnungen. Eine Jahre später als da Gut Wulften fand das Gut Sutthausen erstmals urkundliche Erwähnung: 1282 tauchte das Gut erstmals in den Dokumenten auf, der Name leitete sich von der südlichen Lage zur Stadt ab. Das Gut Sutthausen ist von Schlossgräben umgeben und erlebte ebenfalls viele Besitzer und Bewohner, ehe es 1935 in den Besitz der Thuiner Schwestern des Franziskanerordens überging. Sie gründeten die „Berufsfachschule am Marienheim“, die sich noch heute in den Räumen des Anwesens befindet. Neben der Schule gehören die 1893 erbaute Kapelle, eine 1589 errichtete Mühle und eine Parkanlage mit kleinem Tiergarten zum Anwesen. Beide Höfe zählen zweifelsohne zu den Sehenswürdigkeiten des Stadtteiles. Doch Sutthausen hat noch mehr zu bieten: In unmittelbarer Nähe zur Autobahnabfahrt „Osnabrück-Sutthausen“ findet sich der Wulfter Turm. Der Turm entstand im dreizehnten Jahrhundert und war Teil der Osnabrücker Befestigungsanlage. Zudem pilgern jährlich an zweiten Juli – Wochenende zahlreiche Bahnsportfans in den Osnabrücker Süden: In Sutthausen liegt die „Nahner Waldbahn“, die aufgrund ihrer natürlichen Strukturen als eine der anspruchsvollsten Grasbahnen Deutschlands gilt. RW_Sutthausen (1) Über 1.100 Menschen sind Mitglied bei Rot-Weiß Sutthausen, damit zählt der Klub zu einem der größten Breitensportvereine der Stadt. In sieben Sportarten können sich die Mitglieder beteiligen, neben dem Fußball bietet RWS zudem Badminton, Basketball, Fitness, Kindersport, Tanzen und Tischtennis an. Vorsitzender des Vereins ist Jörg Fortmann. Eine der größten Abteilungen ist die Sparte „Fußball“: Hier gehen in der aktuellen Saison gleich vierzehn Mannschaften auf Punktejagd in den jeweiligen Ligen. Die erste Herrenmannschaft ist dabei das Aushängeschild: In der vergangenen Saison sicherten sich die Rot-Weißen souverän den Meistertitel in der Kreisliga Osnabrück-Stadt und stiegen in die Bezirksliga auf. Da läuft es aktuell nicht so gut: Nach fünf Spielen belegt RW Sutthausen mit nur drei Punkten den 14. Platz und steht derzeit in akuter Abstiegsgefahr. Das Feld ist jedoch noch eng beieinander und die Saison noch lang. Trainer Marvin Rosenthal hat eine junge und hungrige Truppe, die sicherlich noch für die eine oder andere Überraschung in der Liga sorgen wird. RW_Sutthausen (3) Tief im Stadtteil verwurzelt hat RWS seine sportliche Heimat am Ernst-Stahmer-Weg. Hier finden sich zwei top gepflegte Rasenplätze, der Hauptplatz kann sogar mit einem kleinen Ausbau aufwarten. Auf der gesamten Längsseite können sich die Besucher das Spielgeschehen von drei nicht überdachten Stehrängen ansehen. Oberhalb laden einige Bänke zum Sitzen ein. Die Besucher sind hier dicht am Geschehen und genießen eine gute Sicht. Unweit des Hauptfeldes findet sich ein kleiner „Biergarten“, das Funktionsgebäude mit Vereinsheim und der Nebenplatz. Zwar ist der Nebenplatz nicht ausgebaut, dieser verfügt jedoch über eine Flutlichtanlage und macht so Spiele in den Abendstunden möglich. Erst seit wenigen Jahren wird in Sutthausen ausschließlich auf Rasen gespielt: Der Nebenplatz war sehr lange ein Ascheplatz und ist in der jüngeren Vergangenheit umgestaltet worden. RW_Sutthausen (2) Bei Rot-Weiß Sutthausen sind Gäste gern gesehen. Das merkt man schon am Eingang: Freundlich und offen wird man hier empfangen. Für einen Besuch eines Bezirksligaspiels zahlt man bei RWS 3.-€ Eintritt. Und auch sonst ist die Atmosphäre am Ernst-Stahmer-Weg familiär: Im Klubhaus warten gekühlte Getränke für jeweils 1,50 € in der 0.33L – Flasche auf die durstigen Besucher, das frisch gezapfte Pils gibt es für 1,20 €. Rustikal eingerichtet lädt das Vereinsheim durchaus zum Verweilen ein, an den Wänden finden sich zudem viele Erinnerungen und einige Trophäen. Einige Meter weiter wird es im Außenbereich ein wenig kurios: Die Bratwurst verkauft ein externer Caterer aus einem Kleinbus heraus. Die Phosphatstange kommt vom Gasgrill und kostet inklusive einem Brötchen und der Sauce satte 2,40 €. Dafür kann sich der Zuschauer, nach eigener Aussage des Grillmeisters, auf die leckerste Wurst der Stadt und auf einen qualitativ hochwertigen Snack freuen. Auf Wunsch wird aus der Bratwurst zum gleichen Preis eine Currywurst. RW_Sutthausen (5) Ein Besuch bei RW Sutthausen lohnt sich allemal, hier wird der Amateurfussball und das Vereinsleben lebendig. Der Besucher bekommt mit, wie sich Ehrenamtliche um das Wohl des Zuschauers und um den Ablauf kümmern und kann dabei einen stets freundlichen und familiären Umgang erwarten. Wir waren bereits öfter am Ernst-Stahmer-Weg und kommen jederzeit gerne wieder.