Fussball | Zu Gast beim Piesberger SV

Wenn man den Namen Pye hört, so denkt man zuerst an den Bergbau und die Industriekultur. Doch der Stadteil hat noch viel mehr zu bieten. Für den 37. Teil unserer Serie „Zu Gast bei...“ schauten wir uns etwas genauer um und waren zu Gast beim Piesberger SV.

Erst seit 1972 gehört Pye zum Osnabrücker Stadtgebiet, der vor allem wegen seiner vielen Wälder und Wiesen beliebte Teil war bis dato ein eigenes Dorf. Ganz im Nordwesten Osnabrücks gelegen wohnen derzeit etwa 3.200 Menschen in Pye. Pye ist vor allem wegen des Bergbau am Piesberg bekannt und auch heute noch beliebtes Reiseziel. Am Piesberg wurde noch bis ins 19. Jahrhundert Kohle unter Tage abgebaut, zwei Schachtgebäude zeugen noch heute von der Tradition. Der ehemalige Stüveschacht zwischen Pye und Lechtingen ragt als Ruine im Wald empor und ist ein beliebtes Fotomotiv, der Haseschacht beherbergt das Museum Industriekultur. Dort wird die Bergbautradition greifbar, denn viele Exponate der Abbauzeit sind noch im Original vorhanden. Des weiteren finden sich weitere Berbaugebäude im Umfeld: Die alte Brecheranlage, das Magazingebäude oder auch der Zechenbahnhof – all das lockt heute zahlreiche Besucher nach Pye. Doch ganz vergangen ist der Bergbau nicht: Eine große Betonfirma nutzt den Piesberg bis heute als Steinbruch. Doch neben dem Bergbau spielt auch die Landwirtschaft in Pye eine große Rolle. Schaut man sich heutzutage in Pye um so sieht man viele Einfamilienhäuser in einer ruhigen und von Grün geprägten Gegend mit guter Anbindung an die Osnabrücker Innenstadt.



„Wir bewegen Pye“ - unter diesem Slogan steht der Piesberger SV, dessen Geschichte am 01.01.1932 begann. Damals wurden in der Schule Pye die „Sportfreunde Pye“ als Vorgänger des PSV gegründet, die Vereinsfarben Scharz-Gelb sind an die hannoverschen Landesfarben angelehnt. In den ersten Wochen musste der Verein für seine Aktivitäten auf fremde Plätze ausweichen. Doch schon am 19.07.1932 spielte man erstmals auf eigenem Platz und gewann gegen die DJK Bramsche mit 19:1 sehr deutlich. Während des zweiten Weltkrieges wurden auch die Sportfreunde Pye hart getroffen. Doch der Sportgeist lebte weiter und so wurde der Spielbetrieb nach Kriegsende unter dem Namen „Piesberger SV“ wieder aufgenommen. Der Verein wuchs weiter, neben dem Fußball gründeteten sich weitere Sparten: Tischtennis und Leichtathletik kamen hinzu und der Sportplatz wurde stetig erweitert. Doch man wünschte sich einen Rasenplatz. Diesen gab es 1963: Die Gemeinde Pye begann mit dem Bau des Piesberger Waldstadions an der Hölderlinstraße, unweit des alten Ascheplatzes, den es übrigens noch heute gibt. 1965 wurde das Waldstadion in Betrieb genommen, zugleich bekam der Ascheplatz seine erste Flutlichtanlage. 1982 hatte der Piesberger SV rund 850 Mitglieder, mittlerweile sind es mehr als 1.000 sportbegeisterte. Im Logo des PSV findet sich die Bergbautradition wieder: Die Mitte zieren gekreuzte Hämmer. Vorsitzender des Vereins ist Stefan Witte. Der Piesberger SV bietet aktuell vier Sparten an: Fußball, Tischtennis, Karate und Volleyball. Im Jugend- und Frauenfussball koorperiert man mit dem SV Büren aus dem Landkreis Tecklenburg in Westfalen. Bis vor drei Jahren spielten die Damen des PSV noch in der Oberliga Niedersachsen und waren hinter der TSG Burg Gretesch ranghöchste Damenmannschaft in der Stadt.



Seit Vereinsgründung hat der Piesberger SV seine sportliche Heimat an der Hölderlinstraße. Anfangs gab es nur den Ascheplatz, der Mitte der 1960er – Jahre mit einer Flutlichtanlage ausgestattet wurde. 1963 begann man mit dem Bau des Waldstadion, 1965 wurde dieses eröffnet. Das Stadion wurde in den letzten Jahren immer wieder erweitert und ausgebaut. Bis 2013 konnten sich die Zuschauer auf drei unüberdachten Stehstufen entlang einer Längsseite und erhöht auf einem Graswall auf der Gegenseite niederlassen, auf dem Graswall standen zudem Bänke als Sitzgelegenheit. Dort hat sich auch nichts verändert. Anders auf der anderen Seite: Seit 2013 steht dort eine überdachte Sitzplatztribüne mit braunen Schalensitzen, die der Piesberger SV in Eigenleistung errichtet hat. Hinter dem Tor finden sich das Vereinsheim mit Funktionstrakt und die Cateringbude, wo Bierzeltgarnituren bei guten Wetter zum gemütlichen Verweilen einladen. Das Waldstadion ist ein reiner Fußballplatz, man ist somit nah am Geschehen. Flutlicht gibt es nur auf dem Ascheplatz, dort haben die Zuschauer entlang einer Längsseite auf einem erhöhten Wall perfekte Sicht auf das Geschehen.



Auch beim Piesberger SV wird man freundlich und offen empfangen. Für 3.-€ (ermäßigt 2.-€) bekommt der Zuschauer bei Kreisligaspielen Zutritt zum schönen Waldstadion. Freundlich wird man auch an der Cateringbude bedient: Ehrenamtliche Helfer kümmern sich um das Wohl der Zuschauer. Getränke kosten in der 0,33L-Flasche 1,50 €, für dreißig Cent mehr gibt es die Flasche Bier oder Alster einer Brauerei aus Kreuztal im Siegerland. Die Tasse Kaffee kostet beim Piesberger SV einen Euro. Und auch gegen den Hunger hat der PSV ein Mittel: Eine gleichmäßig gebräunte Bratwurst vom Gasgrill gibt es inklusive Saucen und einer Scheibe Brot für 2.-€. Sehenswert ist auch das Vereinsheim des PSV, wo zahlreiche Exponate und Erinnerungen des Vereinslebens zu finden sind.

Wer ein etwas anderes Spielerlebnis möchte, der ist im grünen Pye genau richtig. Die Atmosphäre ist entspannt und familiär, das Waldstadion zäht sicherlich zu den Highlights im Osnabrücker Stadtgebiet. Zudem ist das Stadion gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen: Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich die Haltestelle „Schule Pye“ der Stadtbuslinien 81/82.